Nachgerechnet

Nach zwei Wochen Pausefühlt sich der erste Lauf schrecklich an.

Urlaub, ein Projekt, eine Woche Umzug und eine Woche, in der danach nichts mehr in den Kalender passte. Der erste Lauf fühlt sich an, als wäre ein halbes Jahr verloren gegangen.

Ist es nicht. Was sich schlecht anfühlt, ist etwas anderes als das, was du aufgebaut hast.

Was in einer Pause schnell geht, und was langsam

In einer Trainingspause verschwinden zwei sehr unterschiedliche Dinge in sehr unterschiedlichem Tempo. Die Ermüdung verlierst du als Erstes, oft in Tagen. Die Fitness verlierst du als Letztes, die hält wochenlang.

Genau dazwischen liegt die Erklärung für das schlechte Gefühl: Als Erstes verlierst du das, was du sonst täglich übst — Rhythmus, Schrittfrequenz, das Gefühl für ein Tempo, ohne darüber nachzudenken. Das ist Gewohnheit, keine Ausdauer. Die hast du in ein paar Tagen wieder.

Was passiert, wenn man eine Woche nicht trainiert?

Weniger, als der erste Lauf danach vermuten lässt. Nach einer Woche ist von dem, was du in Monaten aufgebaut hast, praktisch nichts weg — was weg ist, ist die Ermüdung. Deshalb fühlen sich die Beine frisch an und der Lauf trotzdem ungewohnt: Der Rhythmus fehlt, nicht die Ausdauer.

Bei zwei Wochen ist es dasselbe in etwas deutlicher. Die Grenze verläuft nicht bei einer bestimmten Zahl von Tagen, sondern dort, wo aus „ich muss mich wieder dran gewöhnen" ein „ich fange etwas neu an" wird — und das merkst du in der zweiten Woche danach, nicht in der ersten. Ungefähr ab vier Wochen kippt es meistens auf die zweite Seite. Der Grund für eine so lange Pause ist dann allerdings oft kein Kalendergrund mehr — und alles, was kein Kalendergrund ist, gehört ärztlich oder physiotherapeutisch geklärt und nicht auf eine Website.

Was wir hier bewusst nicht nennen: eine Prozentzahl pro Woche. Solche Angaben schwanken je nach Trainingsalter und Ausgangsniveau so stark, dass eine einzelne Zahl mehr verspricht, als sie halten kann.

Warum wird der erste Lauf fast immer zu schnell?

Weil zwei Dinge zusammenkommen. Du bist ausgeruht — die Ermüdung ist weg, die Beine fühlen sich frisch an. Und du willst wissen, was noch da ist. Also läufst du dein altes Tempo, um dich zu beruhigen.

Das ist die teuerste Art, wieder anzufangen. Der erste Lauf beweist nichts. Er ist zu kurz, zu einmalig und zu sehr von deiner Laune abhängig, um etwas über deine Form zu sagen.

Wie sieht die erste Woche aus?

Und der wichtigste Punkt, der auf keiner Trainingsseite steht: Der Wiedereinstieg dauert kürzer als die Pause. Wer zwei Wochen weg war, braucht keine zwei Wochen, um dort wieder anzukommen — meistens reicht eine.

Wovon diese Seite nicht handelt

Von Pausen aus Zeitmangel: Urlaub, Job, Umzug, ein voller Kalender. Nicht von Pausen nach einer Verletzung und nicht von Pausen nach einer Krankheit. Das sind keine Trainingsfragen, und der Wiedereinstieg gehört dort ärztlich oder physiotherapeutisch begleitet, nicht von einer Website.

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