Du bist 10 km gelaufen.Was heißt das für den Marathon?
Es gibt eine Formel dafür, sie ist von 1977, und sie steht hier offen — mitsamt
der Stelle, an der du ihr nicht glauben solltest.
Sie sagt dir, was du laufen könntest — nicht, was du laufen wirst.
Deine Zeit, hochgerechnet
Nimm einen Wettkampf oder einen harten Testlauf —
keinen lockeren Dauerlauf.
Hochgerechnet aus 10 km in 50:00
Distanz
Zeit
Schnitt
5 km
23:59
4:48 /km
10 km
50:00
5:00 /km
Halbmarathon
1:50:19
5:14 /km
Marathon unsicher
3:50:01
5:27 /km
Die Formel, offen hingeschrieben
Peter Riegel hat sie 1977 veröffentlicht und 1981 im American Scientist ausgearbeitet.
Sie ist bis heute die meistbenutzte Prognose, und sie passt auf eine Zeile:
Neue Zeit = Alte Zeit
×Neue DistanzAlte Distanzhoch 1,06
An diesem Exponenten 1,06 hängt alles. Wäre er 1,0, könntest du dein
10-km-Tempo über den Marathon halten — das kann niemand. Mit 1,06 rechnet die Formel: je
länger die Strecke, desto langsamer der Kilometer, und zwar in einem festen Verhältnis.
Wo du ihr nicht glauben solltest
In die Formel geht nur eine einzige Zahl von dir ein: eine Zeit. Ob du je länger als eine
Stunde am Stück gelaufen bist, steht nirgends drin.
Deshalb ist die Marathon-Zeile die unsicherste. Riegel rechnet aus, was jemand
mit deiner Geschwindigkeit laufen könnte, wenn seine Ausdauer zur Geschwindigkeit
passt. Bei wem das nicht der Fall ist — und das sind die meisten, die aus 10 km hochrechnen —,
ist die echte Marathonzeit deutlich langsamer als die Prognose.
Andersherum stimmt es besser: Wer den Halbmarathon schon gelaufen ist, bekommt eine
brauchbarere Marathon-Zahl als jemand, der von 5 km hochrechnet. Je näher die beiden
Distanzen beieinanderliegen, desto belastbarer die Rechnung.
Was in der Formel nicht drinsteht
Nicht drin stehen: dein langer Lauf, deine Wochenkilometer, die 28 Grad im Sommer, die
400 Höhenmeter auf deinem Kurs und das, was du unterwegs isst.
Das ist kein Fehler der Formel. Sie hat diese Angaben nie bekommen, und mehr als eine Zahl
kann sie nicht auswerten. Nimm sie als Rahmen, nicht als Ziel.
FORMPACE rechnet nicht aus einer Formel, sondern aus deinen echten Läufen der
letzten 90 Tage — jeder über 20 Minuten und mit hohem Puls. Ab drei davon schätzt
die App deinen Schwellenpuls daraus, nicht aus deinem Geburtsjahr.
Und es sagt dir jedes Mal dazu, worauf die Schätzung beruht: aus deinen Daten,
aus einem eigenen Test, oder grob abgeleitet, wenn zu wenig da ist. Kein Labortest — aber auch
keine Zahl ohne Grund.