In deinen harten Läufen stehtmehr als in der Faustformel.
Für den Schwellenpuls gibt es eine verbreitete Abkürzung: maximale
Herzfrequenz mal 0,9. Sie geht schnell und steht überall. Über dich selbst sagt sie nichts.
Stell sie neben das, was in deinen eigenen harten Läufen steht. Der
Unterschied ist die interessante Zahl.
Zwei Zahlen nebeneinander
Trag den Durchschnittspuls von harten Läufen ein —
mindestens 20 Minuten, ordentlich Tempo. Drei reichen, fünf sind besser.
Steht in jeder Uhr-App als Durchschnitts-Herzfrequenz
der Einheit.
Aus 190 bpm und vier harten Läufen
Woher
Schwellenpuls
Grundlage
Faustformel
171 bpm
190 × 0,9
Aus deinen Läufen
176 bpm
4 Läufe
Unterschied: 5 Schläge
Fünf Schläge sind wenig, denkst du. Sie verschieben
trotzdem jede Zone darunter, auch die lockere.
Was da gerechnet wird
Die Faustformel ist simpel: maximale Herzfrequenz × 0,9. Mehr steckt nicht
dahinter.
Die zweite Zahl kommt aus deinen Läufen. Genommen wird der Wert, unter dem drei
Viertel deiner harten Läufe liegen — nicht der höchste, denn der ist meistens ein
Ausreißer, und nicht der Durchschnitt, denn der zieht dich nach unten. Diese Näherung geht auf
die Feldtests von Joe Friel zurück, der den Schwellenpuls über den Durchschnittspuls der
letzten 20 Minuten eines 30-Minuten-Tests bestimmt.
Was diese Zahl nicht ist
Kein Labortest. Es ist eine Schätzung aus Feldwerten, und sie ersetzt keine
Leistungsdiagnostik.
Und sie hat eine Schwachstelle, die selten jemand ausspricht: Die maximale Herzfrequenz
selbst ist bei den meisten geschätzt. Kommt sie aus einer Altersformel, kann sie um
etliche Schläge danebenliegen — dann liegt auch die Faustformel daneben, und der Vergleich oben
vergleicht eine unsichere Zahl mit einer belastbareren.
Drei weitere Grenzen, die wir nicht verschweigen: Es braucht mindestens drei
harte Läufe, sonst ist die Stichprobe zu klein. Ein Lauf mit verrutschtem Brustgurt
oder ein Rennen bei 30 Grad verzerrt das Ergebnis. Und der Schwellenpuls ist beim Radfahren
typischerweise niedriger als beim Laufen — Werte aus zwei Sportarten gehören nicht in dieselbe
Liste.
Was du mit dem Unterschied machst
Wenn die beiden Zahlen weit auseinanderliegen, ist das kein Grund zur Beunruhigung, sondern
ein Hinweis: Deine Zonen sind aus einem Ausgangswert gerechnet, der nicht zu deinen Läufen passt. Genau das
ist der Grund, warum sich die lockere Zone bei vielen falsch anfühlt.
FORMPACE macht dasselbe, nur automatisch und fortlaufend: Die App schätzt deinen
Schwellenpuls aus deinen harten Läufen der letzten 90 Tage statt bloß aus
der maximalen Herzfrequenz mal 0,9 — und zeigt dir jedes Mal an, worauf die Schätzung beruht: aus einem eigenen Test,
aus deinen Daten, oder grob abgeleitet, wenn zu wenig da ist.
Das ist eine belegte Schätzung, und die App zeigt dir ihre Herkunft. Ein Labortest ist es
nicht, eine Zahl ohne Grund aber auch nicht.